Bildungsangebot

Gruppendynamiken mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen und die Schaffung eines pädagogischen Milieus

Kinder und Jugendliche mit traumatischen Erfahrungs- und Erlebensmustern bringen ihre häufig unbewussten Bedürfnisse, Ängste und Nöte nicht nur in die pädagogische Beziehung mit, sondern auch in das Gruppengeschehen. Das zeigt sich dann an häufig belastenden Dynamiken in Schulklassen, Wohngruppen oder auch im Freizeitbereich. Die psychoanalytische Pädagogik verwendet dafür den Begriff der Reinszenierung. Dieser ist im pädagogischen Kontext aber nicht nur als unbewusste Darstellung einer leidvollen Erfahrung zu verstehen, sondern als soziales Interaktionsgeschehen. 

Pädagogische Fachkräfte können auch in der Arbeit mit Gruppen korrigierende Beziehungserfahrungen anbieten. Meist geschieht das - teils im Unterschied zu therapeutischen Settings - im gemeinsamen Handeln, Lernen oder Spielen. Über die einzelne Beziehung hinaus bietet auch das Milieu eine Möglichkeit, hilfreiche Erfahrungen für traumatisierte Kinder und Jugendliche zu ermöglichen. An einer solchen Milieugestaltung sind nicht nur alle Fachpersonen, sondern auch die Kinder und Jugendlichen selbst beteiligt. 

Im Seminar werden wir uns fall- und theoriegeleitet mit herausfordernden Aspekten traumapädagogischer Arbeit unter einer psychoanalytisch-pädagogischen Perspektive beschäftigen. Damit dies gelingt, bedarf es einer grundsätzlichen Bereitschaft zum Nachdenken über die eigene Verwicklung in das Geschehen als Fachperson. 

Inhaltlich orientieren wir uns an folgenden Themenbereichen: 

  • Psychoanalytische Pädagogik
  • Reinszenierungen als soziales Interaktionsgeschehen
  • Gruppendynamiken und korrigierende Beziehungserfahrungen
  • Milieugestaltung

Nächste Veranstaltung

Datum: 17.03.2023/18.03.2023
Zeiten: 18.00–21.15/09.00–16.30 Uhr
Ort: Kirchgemeindehaus Liebestrasse, Winterthur
DozentInnen: David Zimmermann
Kosten: CHF 450

«Die Weiterbildung zur Fachberaterin und Fachpädagogin Psychotraumatologie am SIPT war für mich zentral. Die Theorien der Übertragungsphänomene, das Wissen um die Bedeutung der frühkindlichen Bindung, das Verstehen von hirnorganischer Abläufe gerade auch unter Stress sind wichtige Inhalte in meinen Weiterbildungen.»

Marianne Herzog, Fachberaterin / Fachpädagogin Psychotraumatologie