Bildungsangebot

Migration und Trauma – transkulturelle und traumatherapeutische Kompetenzen in der Behandlung und Beratung von Geflüchteten und Menschen mit Migrationshintergrund (fakultativ)

(Das Modul kann für die Vertiefungsrichtung "Migration und Flucht" für den CAS Fachberatung gewählt werden.)

Der Kontakt in der Beratung von als fremd wahrgenommenen Menschen löst in vielen Fachpersonen Neugier aber auch Unbehagen, Unsicherheit und Hilflosigkeit aus. Stereotypen prägen zu Beginn oft von beiden Seiten den Kontakt und erschweren eine hilfreiche Begegnung. Darum werden wir unsere persönlichen Kulturbegriffe und wesentlichen kulturellen Werte, aber auch Stereotypien bewusst machen, mit dem Ziel unsere Handlungsfähigkeit zu stärken und eine transkulturelle Perspektive zu ermöglichen.

Neben wahrgenommener Fremdheit prägen weitere wesentliche Einflüsse die Behandlung und Beratung mit Menschen mit Migrationshintergrund:
Zum einen die Migration selbst, die sich auf die Gesundheit und die Lebenswelt unserer Klienten stark auswirkt. Unfreiwillige Migration, Asylverfahren und rechtliche Rahmenbedingungen in denen sich unsere Klienten bewegen sind wichtige Parameter. Um die Lebenswelt unserer Klienten besser erfassen zu können, werden wir diese Einflüsse kennenlernen. Keilson spricht von der vierten traumatischen Sequenz in der sich Geflüchtete befinden, solange das Asylverfahren nicht abgeschlossen ist und noch keine rechtliche Sicherheit besteht. In dieser Phase besteht eine chronische Mangelsituation, die oft einen grossen Handlungsdruck erzeugt. Wir überlegen wie wir in unseren Arbeitsfeldern damit umgehen können.
Viele v.a. Geflüchtete berichten uns von erlebten Traumatisierungen und Menschenrechtsverletzungen im Heimatland oder während der Flucht. Wir werden ein traumainformiertes Vorgehen, das sich auf den Arbeitskontext der Kursteilnehmenden abstimmt, erarbeiten. Dabei kann je nach Vorwissen der Teilnehmenden das Erkennen und Einordnen von Traumafolgen und Distanzierungstechniken besprochen und geübt werden. Auch weitere spezifische Interventionen, die z.B. das oft grosse Misstrauen dieser Menschen und der Aufbau von Vertrauen aufnehmen, sollen im Vordergrund stehen.

Fallvignetten von Teilnehmenden sind sehr willkommen. Neben Theorievermittlung ist in diesem Kurs auch die Selbstreflexion sowie das Üben anhand von Rollenspielen und Kleingruppenarbeit vorgesehen.

Nächste Veranstaltung

Datum: 01.04.2022/02.04.2022
Zeiten: 18.00–21.15/09.00–16.30 Uhr
Ort: SIPT, Winterthur
DozentInnen: Oliver Schwald
Kosten: CHF 450

«Die Weiterbildung zur Fachberaterin und Fachpädagogin Psychotraumatologie am SIPT war für mich zentral. Die Theorien der Übertragungsphänomene, das Wissen um die Bedeutung der frühkindlichen Bindung, das Verstehen von hirnorganischer Abläufe gerade auch unter Stress sind wichtige Inhalte in meinen Weiterbildungen.»

Marianne Herzog, Fachberaterin / Fachpädagogin Psychotraumatologie