Stabilisierung in der Traumatherapie
Psychisch gesunde Menschen begegnen den Anforderungen des Lebens mit Selbstvertrauen und dem Gefühl von Selbstwirksamkeit. Sie verfügen über die Fähigkeit, Belastungen aktiv zu bewältigen, emotionale Beziehungen zu führen und durch eine positive Grundhaltung Sinn in ihrem Dasein zu finden. Ein traumatisches Erlebnis erschüttert jedoch genau dieses Fundament: die Selbstwirksamkeits- und Kontrollüberzeugungen, das Vertrauen in Mitmenschen oder in die Sinnhaftigkeit der Welt kann verloren gehen. Zur Belastung durch die Traumafolgesymptomatik tritt somit eine tiefgreifende Erschütterung des Sicherheitsgefühls hinzu.
Aufbauend auf vorausgesetzten psychodynamischen und traumatologischen Grundlagen vermittelt dieser Kurs ein vertieftes Verständnis für diesen Verlust an innerer Stabilität. Die Teilnehmenden lernen, wie Stabilisierungsarbeit individuell und bedürfnisorientiert ansetzen kann, um Betroffenen professionell dabei zu helfen, wieder Boden unter den Füssen zu gewinnen.
Im Zentrum steht die Entwicklung gezielter Strategien zur Rückgewinnung von Sicherheit durch Techniken wie Ressourcenaktivierung, imaginative Methoden und Dissoziationsstopps.
Ziel ist es, Kompetenzen zu erlangen, um Betroffene in traumatischen Krisen und nach dem Wegbrechen innerer Stabilität fachgerecht und individuell zu begleiten.
Als ergänzende Literatur wird das Buch «Imagination als heilsame Kraft» von Luise Reddemann empfohlen.